Beim Marketing geht es darum, den Empfänger aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken und zum Handeln (Kaufen) zu bewegen. Um ihn wachzuküssen, sollten Sie unbedingt auf herbe Küsse setzen. Warum herb? Ganz einfach – laut der Wikipedia ist “herb” gleichbedeutend mit „ein wenig scharf, würzig, leicht bitter oder säuerlich.“ Herbe Küsse sind damit keineswegs zu langweilig, so dass sie den Kunden einschläfern. Aber zu bitter sind sie eben auch nicht – ansonsten wären sie ungenießbar. Es zeigt sich, wie wichtig die richtige Dosierung der richtigen Zutaten für die richtige Zielgruppe ist.

In diesem Artikel aus der Advents-Blogparade von Heide Liebmann “Mehr Würze ins Marketing” erzähle ich Ihnen von bitteren Küssen, die ihren Empfängern leider gar nicht schmecken. Und dass, obwohl sowohl Produkt als auch Marketing regelrecht verführerisch sind… aber lassen Sie sich überraschen. Ich bin mir sicher, dass es wenigstens für Sie keinen bitteren, sondern höchstens einen herben Beigeschmack geben wird.

Vampirisches Marketing: Herb, Derb oder bitter?

In Zeiten, in denen es nicht nur kriselt, sondern auch Vampire ihr Unwesen treiben, setzt die Werbung den verführerischen Kussmund gerne auch mal blutunterlaufen in Szene. Neben der US-amerikanischen Serie True Blood setzt auch der diesjährige Kinofilm Jennifer’s Body auf diese neuere Variante des verführerischen Mundes.

bitteres-Kuesse-Marketing

Und siehe da, schon sind wir bei den leider zu (d)herben, bitteren Küssen, die all den Sterblichen das Leben versaut, die im Kinofilm auf Megan Fox (Hauptdarstellerin von Jennifer’s Body) treffen. „Verführerisch“, „lecker“, aber auch „gefährlich“ gehören leider allzu oft zusammen, erhalten in diesem Kontext jedoch eine ganz neue Dimension – leider gilt dies auch und gerade für das Marketing des Films.

Marketing 2.0: Mobil, interaktiv und sozial

Mit Jennifer’s Body wurde ein Produkt kreiert, das – so könnte man meinen – bereits mit wenigen Marketing-Mitteln funktioniert. Doch es galt, in diesem Herbst 2009 die Teenager aus aller Welt zu mobilisieren – im wahrsten Sinne des Wortes: Und so setzte FOX (nicht Megan, sondern 20th Century) auf ein Marketing, das folgende Zutaten beinhaltete:

  • Mobile Marketing: Das Handy ist für Teenager weltweit enorm wichtig geworden: Also bot FOX eine App. (Anwendung) für das iPhone an. Hierbei wird der Nutzer gezielt mit eingebunden, indem er das Design des Programms an seine Bedürfnisse anpassen kann.
  • Interaktive Werbung: Sie findet heute zumeist im Internet (über Social Media) statt, dabei zunehmend auf mobilen Endgeräten. Studien zeigen, dass diese Form der Marktkommunikation besser ankommt, als andere Werbeformen – insbesondere natürlich bei der hier anvisierten jüngeren Zielgruppe.
  • Reichweite: Obwohl der Film aufgrund seiner Ausrichtung und seiner Hauptdarstellerin Megan Fox ohnehin für einige Reichweite sorgt, setzte die Marketing-Strategie auf Viralmarketing: Mit einem Clip gegen Mobbing sollte der gute Zweck für zusätzliche Reichweite, ja für Gesprächsstoff (Mund-zu-Mund-Propaganda) sorgen.

Das Ziel im Marketing ist die Zielgruppe

Was soll ich sagen: Die Marketing-Strategie ist NICHT aufgegangen (vgl. Spiegel). Zwar wurden durchaus schmackhafte Zutaten verwendet, ohne dabei jedoch auf den Geschmack des Publikums zu achten. FOX hatte schlicht die Zielgruppe verfehlt: Wie man aus der Werbewirkungsforschung weiß, ist es heute überraschenderweise schwieriger, Männer in einen Horrorfilm zu bekommen, als Frauen. (NYT, Entertainment Weekly) Vor diesem Hintergrund dürfte der Einsatz von Megan Fox (sexy, beliebt, erfolgreich, Männer-mordend) ein echter Alptraum für weibliche Horrorfans darstellen, und damit für FOX (für Megan und für 20th Century).

So heiß die Küsse von Megan Fox in Jennifer’s Body gewesen sein mögen, am Ende waren Sie vor allem eins: bitter – für die Opfer im Film, vor allem aber für das Filmstudio FOX.

Die richtigen Zutaten in der richtigen Dosierung für die richtige Zielgruppe – dieses “Dreigestirn” ist untrennbar mit erfolgreichem Marketing verbunden. Fehlt das eine, stimmt auch das andere nicht, was ganz schön bitter (zeitintensiv, teuer, erfolglos) sein kann. Setzen Sie stattdessen auf ein herbes Marketing und erwecken Sie Ihre Zielgruppe aus dem Dornröschenschlaf.

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2 Kommentare

Roland Bauer schrieb am 2. Februar 2010 @ 20:50

Den Text hab’ ich nicht verstanden. Was hat denn das jetzt mit Marketing zu tun? Und wieso die ganzen Wiederholungen von Fox und FOX…? Am Ende bin ich genauso schlau wie vorher .

Cogtail schrieb am 16. Februar 2010 @ 10:47

Lieber Herr Bauer, der Artikel zeigt an einem Beispiel auf, dass eine aufwändige und teure Marketing-Strategie ganz schön daneben gehen kann, wenn man die Zielgruppe nicht berücksichtigt (dies ist leider weitaus häufiger der Fall, als man meinen möchte… auch deshalb, weil eine Analyse unter Umständen sehr teuer ist). Es ist doch erstaunlich, welche Geschütze man auffahren kann, um letztlich an den doch recht erstaunlichen Neigungen des Publikums (der Konsumenten) zu scheitern.

Gleichermaßen zeigt der Artikel auf, wie sich Werbung verändert: Früher war sie zentralistisch, heute lassen sich Nutzer nicht mehr so leicht diktieren. Dies führt dazu, den Konsumenten in die Werbekampagne mit einzubinden und direkt teilhaben zu lassen.

Die Wiederholung von Fox und FOX ergibt sich daraus, dass zum einen das Filmstudio FOX beteiligt ist, zum anderen Megan Fox. Mehr ist da nicht zu verstehen… man kann es sogar – muss man aber nicht – ganz witzig finden.

Schade, dass Ihnen der Artikel nichts bringt. Nett, dass Sie mir dennoch Ihre Meinung gesagt haben…

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