Google hat mittlerweile viele vermeintliche Google Killer kommen und gehen sehen (der letzte war Wikia Search, der neue ist Bing). Nachdem sich nun Twitter um eine eigene Suchfunktion bemüht hat, frage ich mich: Ist Twitter der nächste, diesmal jedoch ernstzunehmende Google Killer?

Über die Zukunft von Twitter wird heftig diskutiert: Facebook beispielsweise rüstet sich im Wettstreit gegen Twitter, indem sich die Social Networking Plattform den Twitter-Konkurrenten Friendfeed einverleibt hat. Offenbar will die internationale Mutter von StudiVZ ein Twitter-ähnliches Angebot schaffen, das jedoch weitaus mehr Funktionalitäten anbietet (das Prinzip von Statusmeldungen ist ohnehin in Facebook, aber auch in Xing oder im StudiVZ integriert).

Twitter als Suchmaschine

Aufgrund des Hypes ist Twitter jedoch ein weltumspannendes Nachrichtennetzwerk, dass derzeit führend sein dürfte. Durch die Funktion einer Suchmaschine werden nun auch nicht Twitter-affine Menschen auf das Social Network aufmerksam. Daher die Frage: Wie gut es Twitter als Suchmaschine?

  • Twitter ist in jedem Fall aktueller (schließlich verbreiten sich Nachrichten in Echtzeit). Suche ich bei Google beispielsweise nach Webdesign, erhalte ich immer wider neue Ergebnisse – bei Google immer nur die üblichen Verdächtigen. Wonach will ich suchen? Nach News (hier nehme ich auch irrelevante Information in Kauf) oder nach relevanten, aber nicht unbedingt aktuellen Infos.
  • Hieraus ergibt sich auch ein Vorteil für Suchmaschinenoptimierung-Geschädigte: Wenn ich vor einer Minute einen Artikel über Webdesign geschrieben habe, wird er definitiv in der Twitter-Suche oben gelistet – dadurch mache ich den einen oder anderen auf mich aufmerksam. Bei Google bedeutet dies oftmals harte Arbeit (dafür halten sich die Ergebnisse in der Regel längerfristig).
  • Twitter erreicht natürlich (noch nicht?) die thematische Vielfalt von Google: Google nutzt (annähernd) das gesamte Internet. Da kann das Gezwitschere nicht mithalten – zu Spezialthemen findet sich mitunter keinerlei Information. Die Schwäche von Twitter (manche sehen darin auch eine Stärke): Twitter ist oberflächlich, geht nicht in die Tiefe (allein aufgrund der auf 140 Zeichen begrenzten Nachrichten ist dies auch nicht möglich).
  • Mit Twitter ist die soziale Suche möglich, mit Google nicht: So kann ich nach lokalen Nachrichten suchen, aber auch nach aktuellen persönlichen Informationen aus der Nähe: Sie möchten ein Handy kaufen, oder einen Crosstrainer? Kein Problem – mit Twitter ist dies durchaus möglich (im Rekordgeschwindigkeit).

Fazit: Twitter hat auch als Suchmaschine gegenüber Google einige Vorteile, „krankt“ jedoch an der mangelnden Qualität der Nachrichten selbst (es geht eben häufig nur um Small Talk). Häufig will ich zudem nicht wissen, wer sich wann die Zähne geputzt hat, oder gerade im Zug von Bielefeld nach Hamburg sitzt (manchmal vielleicht aber schon). Eine vollständige Alternative zu Google ist Twitter damit keinesfalls, sehr wohl aber ein Komplement, dessen Nutzung sich wirklich lohnt – sowohl privat als auch geschäftlich.

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