20August
Suchmaschinenoptimierung mit LSI: Mehr als nur Keywords
Cogtail Online-Texte » Suchmaschinenoptimierung
Nehmen wir einmal an, Ihre Website enthält fünfzig mal das relevanteste Keyword (sagen wir Webdesign), genau so häufig wie die Website Ihres größten Konkurrenten. Im heißen Kampf um neue Kunden haben Sie wenige Tage später, nachdem die Konkurrenz-Website startete, gegengesteuert und ein eine eigene Website erstellt. Da beides Websites noch jung sind, haben sie noch keine nennenswerten Empfehlungen von anderen Websites (noch keine Backlinks). Wer macht jetzt das Rennen bei Google?
In der Suchmaschinenoptimierung kommt es auf den feinen Unterschied an
Der feine Unterschied, auf den es ankommt, können Sie nicht unbedingt „direkt“ sehen – man nennt ihn deshalb auch gern „latent“, also nicht explizit zu erkennen. Vielleicht nicht für Ihren Suchmaschinenoptimierer, wohl aber für Google: Google achtet nicht nur auf Keywords, sondern auch auf Begriffe, die zu Ihrem relevanten Keyword ähnlich sind (z.B. auf Synonyme).
Wenn Ihr Suchmaschinenoptimierer also auch ein guter Texter ist, steigt die Wahrscheinlichkeit also durchaus, dass Sie Ihrem Konkurrenten ein Schnippchen schlagen. Womöglich wird er sogar eine Mindmap anlegen, die wichtige Begriffe zu einem Thema enthält (sehr vorbildlich und ein sehr guter, wenn auch (vielleicht zu) zeitaufwändiger Ansatz). Einziges Problem: Ihr Sprach-Genie ist womöglich zu gut für Google. Das ist schlecht: Wenn Google den Eifer (des Gefechts) nicht erkennt, wird sich das auch nicht in einem positiven Ranking niederschlagen (mit etwas Pech bleibt Ihr Konkurrent in den Suchergebnissen erster).
Wie aber „errechnet“ Google solche Assoziationen?
Google verwendet eine Technik, die sich Latent Semantic Analysis (LSA) nennt (oder zumindest eine Variante davon). Damit kann man tatsächlich Assoziationen „errechnen“. Ein Beispiel: An vielen Universitäten wird der sog. Toefl-Test für Nicht-Muttersprachler durchgeführt, u.a. ein Synonymtest. Die LSA (auch LSI genannt) hätte die Aufnahmeprüfung an einer Uni ohne Schwierigkeiten bestanden.
Insbesondere dann, wenn Keywords in der Suchmaschinenoptimierung nicht ausreichen (etwa bei erheblicher Konkurrenz) kann eine solche Latent Semantic Analysis also den feinen Unterschied ausmachen. Dennoch muss zugegeben werden, dass diese Methode bei Google wohl allenfalls „latent“ eingesetzt wird (wie dieser Keywordtest einigermaßen gut belegt).
Wie teuer ist Latent Semantic Analysis?
Wer sich ein wenig auskennt, muss nichts bezahlen, weil es viele kostenfreie Tools gibt. Einige werden in dem Artikel von Pixelfolk vorgestellt. Für besonders eifrige gibt es jedoch deutlich weitreichendere Möglichkeiten, die jedoch eine hohe Expertise verlangen.
LSA ist (noch) kein Allheilmittel, um Suchmaschinenoptimierung erfolgreich zu betreiben – sehr wohl aber ein Aspekt, der in dem eingangs beschriebenen Beispiel das Zünglein an der Waage sein kann.
LSO: Ein Trend für 2010
Dass die LSO (Latent Semantische Optimierung) 2010 ein Trend wird, weiß natürlich auch die t3n – Websites können daher immer häufiger zu relevanten Keywords gelistet werden, auch wenn sie diese Keywords gar nicht enthalten. Der Grund: Die LSI assoziiert diese Keywords über andere, dritte Wörte, etwa über Synonyme.
PS: In meiner Magisterarbeit an der Universität Bielefeld habe ich die LSA verwendet, um zu unterscheiden, ob jemand Experte auf seinem Gebiet ist (in dem Fall: Psychologe) oder von der Thematik nur wenig Ahnung hat (also Laie ist). Was soll ich sagen? Es hat funktioniert (im Großen und Ganzen:-)). Die Arbeit dazu gibt hier: Über LSA, LSI oder Latent Semantic Indexing





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